
Wir beginnen damit, uns für den Blick der Muse zu öffnen. Viel Freude und Entdeckungsgeist bei allem, was die Karte dir offenbart!
1. Dein Sammelalbum anlegen
Angenommen, du würdest etwas schreiben oder zeichnen wollen. Dafür müsstest du genauer hinsehen. Verstehen, wie Figuren, Momente oder Umgebungen funktionieren. Einen Sonnenuntergang kann man nur beschreiben, wenn man ihn wirklich beobachtet hat. Wie verändern sich die Farben, was sieht man, was verschwindet? Was fühlt man?
In deinem Buch kannst du alles festhalten, was dir noch fehlt, in deinem Sammelalbum. Hier kannst du Momente, Gefühle, Wörter, Erinnerungen, Menschen und Typen sammeln, wann immer du unterwegs bist.
2. Studien – ernsthafte Studien!
Suche dir einen Platz aus, der dir gefällt und beginne mit Studien. Beobachte Menschen, Momente oder die Umgebung. Ein geschäftiger Marktplatz, eine ruhige Waldlichtung, eine Bar am Abend. Du bist zwar hier, aber du bist ganz in die Beobachtung vertieft. Skizziere, notiere, forsche in dein Buch hinein.
3. Der Geist der Musen
In deinem ganz normalen Alltag, wie verändert sich deine Beobachtung, wenn du Figuren und deren Studium und Erforschen in den Menschen siehst? Der unfreundliche Verkäufer, die ewig laute Nachbar-WG: Sie werden zum Stoff deiner Beobachtungen und zur Geschichte, zum Gemälde, zur Inspiration. Sie helfen dir, verschiedenste Figuren zu studieren. Halte deine Studien fest im Laufe deiner Reise. [Dies ist leider kein Bye-Bye-Versprechen für Ärgernisse aller Art, sondern bezieht sich nur auf deren künstlerische Betrachtung].
4. Ein Date mit dir
Wir gehen aus – und zwar alleine! Mach ein Date mit dir aus – alleine. Tu etwas, was dich kitzelt: Ein Konzert, eine Kinovorstellung, eine Bar, eine Ausstellung, ein Flohmarkt, ein Vortrag, eine Schnupperstunde [ein Sport, den du nie versucht hast, Impro-Theater, …]. Mach was, was deiner Handschrift entspricht. Was erlebst du, allein? Wie fühlt es sich an? All das findet in welcher Form auch immer Platz in deinem Musentagebuch!
5. Wer bist du?
Fange an, dich zu beobachten. Beginne einen Steckbrief, den du immer wieder erweitern kannst. Was sind besondere Charakter-Merkmale, Marotten von dir? Wie könnte man dich von anderen unterscheiden? Was sind deine [vergessenen] Interessen? Was kannst du nicht ausstehen? Ohne was würdest du nicht leben? Was sind Dinge, die du typischerweise machst oder sagst oder nicht machst, nicht sagst?
Ähnlich, wie du eine Figur beschreiben würdest, erweitere die Liste im Laufe deiner Reise, wenn du etwas [Neues] über dich lernst.
Frage auch Menschen, mit denen du Zeit verbringst, wie sie dich beschreiben würden [vielleicht fragt ihr euch das gegenseitig] und ergänze dein eigenes Bild um das der anderen. Mal sehen, wie gut du am Ende die Hauptfigur deiner Geschichte kennen gelernt hast.
Musen-Fragen
- Was bringt dir Freude im ganz normalen Alltag?
- Was sind Dinge, die du um dich herum brauchst?
- Was würdest du ausmisten, wenn du heute ausmisten würdest?
- Was hast du als Kind besonders gerne gemacht?
- Wie würdest du „Kreativität“ jemandem erklären, der nicht weiß, was das ist?

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